1. Selbstverständnis

Join the revolution!
Wir, die Jugendantifa Fürth, sehen uns als einen Zusammenschluss linker Jugendlicher aus Fürth & Umgebung, der die Idee einer solidarischen Gesellschaft ohne Ausbeutung, Herrschaft und Diskriminierung langfristig durchsetzen will. Dabei sind wir unabhängig und keiner Partei zugehörig. Wir wollen eine Welt, in der niemand wegen seiner Nationalität, (sozialen) Herkunft, seines Geschlechts oder der sexuellen Orientierung eingeschränkt oder unterdrückt wird. Mit dem herrschenden kapitalistischen System, in dem Arme immer ärmer und Reiche immer reicher werden, finden wir uns deswegen selbstverständlich nicht ab!

Allein machen sie dich ein!
Da wir uns bewusst sind, dass dies nur gelingen kann, wenn wir möglichst viele werden, die lernen, solidarisch, tolerant und respektvoll miteinander umgehen, sehen wir unsere Hauptaufgabe darin, mit möglichst vielen jungen Leuten in Kontakt zu treten und somit unsere Ideen von Freiheit und Gleichheit in die Gesellschaft herein zutragen. Wir verstehen uns dabei als eine Art Plattform, die es uns ermöglichen soll, zusammen zu überlegen, wie wir gegen konkrete Probleme (z.B.Lehrer, der grabscht, ChefIn, die/der mobbt, Nazis, die versuchen irgendwo Fuß zu fassen, steigende Fahrpreise und vieles mehr) vorgehen können. Wir wollen zusammen auf Demos fahren, Aktionen planen oder auch mal nur eine Party veranstalten. Wir wollen gemeinsam Spaß daran haben, etwas zu verändern, nicht mehr nur konsumieren sondern selber entscheiden, was abgeht.

Always antifascist!
Da uns dabei natürlich Faschist_innen, (Neo-) Nazis, Rechte, Rechtspopulist_innen usw. im Weg stehen und gehörig auf den Geist gehen, sehen wir es als unerlässlich, sich mit diesen Leuten auseinander zusetzen und uns klar von diesen abzugrenzen …wie auch immer. In unserer Gesellschaft herrschen viele Probleme und nachvollziehbare Ängste, aus denen leicht Vorurteile entstehen können. Aber es gibt genügend linke, emanzipatorische, fortschrittliche Lösungsansätze, die Alternativen zu Hass und Menschenverachtung darstellen. Schon nach kurzem kann jedem Menschen klar werden, dass die „Ausländer“ oder „Juden“ definitiv nicht an den Problemen hier Schuld sind.

Wer die Vergangenheit kennt, kann die Zukunft verändern!
Bei all dem sehen wir uns in einer langen Tradition. Seit jeher haben sich Menschen gewehrt und sind immer wieder aufgestanden, um gegen Unrecht und Unterdrückung zu kämpfen. Auch in Fürth und Umgebung hat es in der Vergangenheit immer wieder eine Menge an Menschen gegeben, die Widerstand geleistet haben. Einen Teil unserer Arbeit sehen wir auch darin, uns mit diesen Menschen und ihren Anliegen zu befassen, um sie und ihre Ideen wieder zum Leben zu erwecken und uns vielleicht ein kleines Beispiel an ihnen und ihren Taten zu nehmen… In diesem Sinne:
Eine andere Welt war, ist und wird immer möglich sein!
Seien wir realistisch, versuchen wir das unmögliche!

Jugendantifa-Fürth Winter 2010/2011

2. Antifaschistische Organisierung braucht Perspektive

Stellungnahme zur Gründung einer antifaschistischen Jugendgruppe in Fürth

Vor über vier Jahren, am 5.Juli 2005, gründete sich in Fürth als Reaktion auf eine erhöhte Aktivität von Neonazis und auf Grund dessen, dass es in Fürth keinerlei linke Gruppen gab, die Antifaschistische Linke Fürth (ALF). Wie am Namen unschwer zu erkennen wurde als Themenschwerpunkt der Antifaschismus gewählt, allerdings von Anfang an auch zu anderen Bereichen gearbeitet (z.B. 1.Mai, Rassismus, Sozialraub, G8-Gipfel Heiligendamm).
In diesen vier Jahren stieg die Anzahl der aktiven Mitglieder stetig an. Dabei wurde es von Zeit zu Zeit immer schwerer als Gruppe aktiv zu bleiben und dennoch alle neuen Mitglieder einzubinden und zu integrieren. Als radikale Linke haben wir den Anspruch, Hierarchien in der Gruppe nicht zu- zulassen und eine Organisationsform zu finden, in der jede und jeder gleichberechtigt agieren kann. Außerdem wuchs in der Gruppe mit der Zeit der Altersunterschied zwischen den Mitgliedern, woraus große Unterschiede in der politischen Erfahrung resultierten, sowohl auf der praktischen als auch auf der theoretischen Ebene. Das Resultat sind Wissenshierarchien, die wiederum die Integration und Entwicklung neuer AktivistInnen behindern.

Im Sommer diesen Jahres entschieden wir uns schließlich gemeinsam, den Schritt der Gründung einer antifaschistischen Jugendgruppe zu gehen. Unserem Verständnis nach braucht antifaschistische Organisierung und Praxis eine Perspektive. Deswegen ist es unser Ziel in Fürth linke Strukturen aufzubauen, die Zukunft haben. Es muss einerseits möglich sein kontinuierliche Politik zu betreiben, die Konzepten folgt und andererseits muss es für
Jugendliche jederzeit die Möglichkeit geben, sich antifaschistisch zu organisieren und dabei eigene Ideen in die Gruppe einbringen zu können.

Damit das sichergestellt ist, soll die Jugendantifa Fürth (JAF) keine von der ALF abhängige Jugendgruppe sein, sondern komplett selbstständig agieren können. Das heißt jedoch nicht, dass es in Zukunft zu keiner Zusammenarbeit zwischen den beiden linksradikalen Gruppen in Fürth kommen wird. Denn trotz der Unabhängigkeit der zwei Gruppen stehen wir uns natürlich politisch sehr nahe und können uns dadurch auch gegenseitig unterstützen und ergänzen.

Insgesamt wollen wir betonen, dass wir die Gründung einer Jugendantifa als eine langfristige Stärkung für die linken Strukturen und den antifaschistischen Widerstand in Fürth betrachten.

Antifaschistische Linke Fürth (ALF) & Jugendantifa Fürth (JAF) – November 2009